Review


Basilisk Deströyers: Aeons of Darkness Part III
Am 8. Februar öffnete das Sommerkasino in Basel seine Pforten für die dritte Edition des Aeons of Darkness, co-organisiert vom Verein Basilisk Deströyers und dem Schweizer Black- und Death Metal Label Hexencult. Auf dem Programm: Punk- und crustlastiger Black Metal mit Disarm, Bokkerijders und Devilshour, okkult inspirierter Doom aus Italien mit Epitaph und Schweizer old-school Black Metal Band Blakk Old Blood.
Die Zürcher Band Disarm legt mit viel Energie los. Der Hocker, der dem Vokalisten zum Hinsetzen auf die Bühne gebracht wurde, war eher Deko als Gebrauchsgegenstand. Nur kurz setzte er sich hin und zeigte, dass es sich auch im Sitzen gut headbangen lässt. Passend zu Songs wie „Parkinglot Drunktards“ floss das Bier auf und vor der Bühne in Strömen. Doch auch von ernsteren Themen und zeitgenössischen Herausforderungen schreckte das Quartett nicht zurück, und „in diesem Song geht es darum, Faschisten zu töten“ fand viel Zuspruch vom Publikum. Etwas befremdlich war nur, dass die Ansagen auf Englisch und nicht auf Schweizerdeutsch gemacht wurden – zwar leugnet sich die (meist freundliche) Rivalität zwischen Zürich und Basel nicht, aber man sollte sich doch nicht für seinen Dialekt schämen müssen.
Mit Blakk Old Blood geht’s weiter mit der zweiten Schweizer Band des Abends. Der Name ist Programm – Old School Black Metal und viel „Blut“ auf den Gesichtern der Bandmitglieder. Nebst Corpsepaint und Nietenarmbändern wurde auch die Bühne für den Auftritt vorbereitet und mit Fritz Cola Kisten ein Altar gebaut, auf dem ein Schafsschädel, ein mit „Blut“ gefüllter Kelch und eine eigene CD zu finden waren. Letztere wurde während des Sets ins Publikum geworfen. Leider dauerte sowohl die Vorbereitung für ihr Set als auch das Set selbst etwas länger als vorgesehen, weshalb die darauffolgenden Bands ebenfalls in Verspätung gerieten. Die Organisatoren hätten etwas konsequenter sein können – schließlich gab es das ganze Set von Blakk Old Blood als eigens für das Konzert aufgenommene Kassette zu kaufen. Wer nicht da war, kann es sich mittlerweile ebenfalls auf Bandcamp anhören. Zum Auftritt selbst – im Vergleich zu ihren Vorgängern waren Blakk Old Blood meist etwas gemächlicher unterwegs, was gut zum Ambiente passte, aber sich etwas in die Länge zog. Viele der gespielten Stücke waren etwas repetitiv und verweilten zu lange auf einzelnen Riffs. Zugleich gab es auch viele dynamische Momente. Die theatralische Darbietung des Frontmanns, der die Requisiten gänzlich ausnutzte, brachte ebenfalls etwas Spannung ins Set. Dafür, dass die Band aber als zweite spielte, brachte es den Abend etwas aus dem Takt.
35 Minuten später als geplant standen Bokkerijders aus Belgien auf der Bühne. Das Trio nannte sich nach den Bockreitern, der Limburger Robin Hood Bande aus dem 18. Jahrhundert. Hier kehren wir wieder zum Punk- und Thrash-angehauchten Sound des Openers zurück. Zur Abwechslung ist diesmal die Bühnenbeleuchtung in Blau und nicht Rot gehalten. Langsam machte sich auch die freigiebige Verwendung des Kunstnebels bemerkbar – der Schlagzeuger verschwand im Laufe des Sets immer mehr im Dunst und kam nur zum Vorschein, um sich nach fast jedem gespielten Song zu verbeugen. Die junge Band hat erst eine Demo und eine EP veröffentlicht und spielte dementsprechend viel (vielversprechendes) neues Material. Ob und wann es auch veröffentlicht wird, weiß ich nicht, aber ich freue mich jedenfalls darauf, „Guillotine“ und „Fire Chaser“ auch zu Hause hören zu können.
Weiter geht’s mit der italienischen Doom Band Epitaph. Nach einem langen instrumentalen Intro tritt auch der Vokalist der Band auf die Bühne. Es überrascht nicht, dass die Songs der Band vom Okkulten, Ritualen und dem Wahnsinn handeln – man kauft es dem Vokalisten ab, dass ihm gerade mit einem Exorzismus der Teufel ausgetrieben wird. Nebst gruseliger Gestik und Mimik zauberte er unermüdlich Bühnenrequisiten aus einer Tasche, die die theatralische Performance unterstrichen. Zum Beispiel einen Kolben, gefüllt mit einer unidentifizierbaren rosafarbenen Flüssigkeit, die er erhitzte und dann trank, sowie ein Buch, dessen Seiten herausgerissen und an das Publikum verteilt wurden. Epitaphs langsamere Klänge stachen aus dem restlichen Lineup des Abends hervor, aber es war eine willkommene Abwechslung. Genauso wie der Einsatz eines Keyboards, um die düstere Atmosphäre mit Synths zu unterstreichen.
Devil’s Hour aus Deutschland schloss den Abend ab, wieder mit Punk-angehauchtem Black Metal. Das Trio steht normalerweise zu viert auf der Bühne, der Bassist war jedoch krankheitsbedingt abwesend. Leider wurde die Verspätung nicht eingeholt, und ich musste mich nach drei Songs verabschieden.
Die dritte Edition des Aeons of Darkness machte seinem Namen alle Ehre und bot einer Vielzahl von Bands eine Bühne, um ihre düsteren Töne vorzuzeigen, und zog sich ein wenig in die Länge. Die nächste Ausgabe des Minifestivals