[2018] Battle Tales – The Ire of the Condemned

Album-Review zum Album «The Ire of the Condemned» von «Battle Tales»

 

Facts & Figures

Band: Battle Tales
Herkunft: VD, CH
Genre: Folk Metal
Datum: 29.03.2018
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Line-Up
Drums: Kris Beaud
Guitars: Manuel Cordova
Vocals, Whistles: Romaric Gendre
Bass: Benjamin Bonjour

Track-Liste
01. Dark Omen (Intro)
02. Sweet Melodies of Fury
03. The Battle Bard
04. Bloodlust Invoked
05. L’home est un loup pour l’^homme
06. War of the Pints
07. Ire of the Condemned
08. Beside a Dying Fire
09. Sailing to Unsung Havens

Das Album

Battle Tales aus dem Waadtland haben Ende März dieses Jahres ihr erstes Album veröffentlicht. 3 Jahre zuvor hatte die Band bereits 3 Songs der Platte auf einer Demo veröffentlicht, nun heisst es also in den Genuss von 9 Songs zu kommen. Das Werk ist für mich ein «klassisches Westschweizer Folkmetal-Album». Dies soll jetzt nicht etwa abwertend wirken, denn die Westschweiz hat sehr viel Gutes zu bieten. So wird in diesem Album der Stil von Finntroll zum Vorbild genommen und mit etwas mehr Melodie als das Original umgesetzt sowie mit Flötenspiel verziert. Insgesamt bietet das Album viel Unterhaltung, wenngleich es nicht zum Album des Jahres wird. Anders sieht es aber Live aus, denn die Performance auf der Bühne ist ziemlich stark, auch da die Whistles live gespielt werden und daher etwas weniger versamplet wirkt als Bands wie Equilibrium oder inzwischen Ensiferum. Dies konnte ich in der Zwischenzeit mit Shows im Manoir Pub in St. Maurice VS sowie einem Club in Montreux VD bereits zweimal erleben, wobei das zweite Mal aufgrund des Vorwissens deutlich mehr Spass gemacht hat.

Die Songs

Mit einem zweiminütigen Intro wird das Album mit «Dark Omen» gestartet. Das Intro fokussiert sich auf ein Flötenspiel, welches von einigen dramatisch wirkenden Samples unterlegt wird. Es schafft die nötige Stimmung, um ins Album einzusteigen.

Da die Flöte so gut passt, wird auch beim Intro des ersten Songs «Sweet Melodies of Fury» weiter auf dieses Konzept gesetzt, bevor sich Sänger Romaric eines ersten Screamings à la Ensiferum bedient, um die Stimmung aufzuheizen. Einige Gitarrenriffs später geht es schliesslich mit der ersten Strophe los. Das Lied wird durch die krächzende Stimme getragen. Jedesmal wenn es den Anschein macht, langweilig zu werden, packt er aber seine Clean Vocals heraus, um den Zuhörer zu verwirren. Hat man sich endlich gefunden, so wird wieder gekrächzt und das ganze beginnt von vorne.

Weiter geht es bei «The Battle Bard» etwas ruhiger. Ein langsames Intro lässt einen so langsam in den Song hineingleiten, bevor Sänger Romaric mit Clean Vocals übernimmt und den lieblich klingenden Song leitet. Begleitet zwar durch schnelle Riffs und einige Double-Basses kann der Song jedoch nicht für viel Freude sorgen. Doch studiert man den Text dazu ist auch klar, warum dieser nicht so beschwingt wirkt, so wird vom tragischen Tod eines Kriegers für seinen König erzählt. Wer mehr wissen möchte kann sich die Lyrics selbst ansehen. Internet ist dein Freund, ansonsten stehen wir (oder die Band…) gerne für die ganzen Texte zur Verfügung.

Der Song «Bloodlust Invoked» gleicht schliesslich wieder dem ersten Song und bietet mehr Unterhaltung, wenngleich er mir weniger zusagt als die Fury-Melodie. Es fehlt etwas Spezielles, einzigartiges. Vielleicht sagt mir aber auch nur die Flöten-Melodie nicht zu.

Gehen wir also einfach weiter zum ersten Song in der langue maternelle der Jungs aus Palézieux: «L’homme Est Un Loup Pour L’homme». Krächzende Screaming Vocals und Welsch lassen mich davon absehen, weiter auf den Text einzugehen. Dafür bietet der Song musikalisch viel. So entsteht eine Art Partystimmung und lässt einen sofort mitklatschen und später mitwippen. Für mich ist es auch zugleich einer der besten Songs auf der Platte, da er zügig vorangeht und keine unnötigen langsamen Parts eingebaut hat, welche den Schwung herausnehmen.

Im selben Stile geht es bei «War of the Pints» weiter, welche den Schwung mitnehmen und weiterspielen. Auch kommen hier wieder einmal die Clean Vocals zum Einsatz und sorgen somit auch für eine kleine Abwechslung.

Nach dem Partyteil der CD geht es nun wieder etwas ruhiger zur Sache. «Ire of the Condemned» bietet die Mischung aus den schnellen und den langsamen Songs der Platte. Auch wenn es nicht das Highlight ist, so kommt doch noch etwas Stimmung auf, vielleicht auch durch die hypnotisierende Melodie im Hintergrund?

Ruhig geht es auch mit «Beside a Dying Fire» weiter. Der Song erinnert mich irgendwie an eine Mischung aus Nordic Folk und einem Highlander-Klassiker. Lagerfeuerstimmung mit Akustik-Gitarre und Clean-Gesang. Auch wenn keine rasanten Parts enthalten sind, bietet der Song so viel, dass man richtig in die oben genannte Lagerfeuerstimmung kommt und sich mit Freunden hinsetzen möchte, um den Song gemeinsam zu Singen.

Nach der Unplugged-Phase geht es nun zum letzten Song der Platte, «Sailing to Unsung Havens». Man kehrt zurück zum bekannten Konzept, welches bereits bei «Ire of the Condemned» angewandt wurde und bietet zum Schluss noch eine ansprechende Mischung.

Bewertung

Für Folk-Metal Fans eignet sich das Album sehr gut. Es hat diverse gute Songs die sowohl auf CD wie Live Spass machen. Einige Songs sind aber eher langweilig. Highlight ist sicherlich der Highland-Song «Beside a Dying Fire», welcher einen dieses Gefühl vermittelt, am Lagerfeuer zu sitzen. Über das Gesamte betrachtet ist das Album also ein Erfolg, rechne man auch dazu, dass es das erste Album der Band ist. Wir sind gespannt, wie es weitergeht. Wie ist eure Meinung zum Album?

2018-11-14T21:43:46+00:00Bands: |

Über den Autor:

Er ist ein junger, erfrischender Mensch, der bereits früh grosse Verantwortung übernahm. Sei es im Berufsleben, aber auch im Privaten. Er beschäftigt sich zwar erst seit kurzem genauer mit der Musik, doch dafür mit einer umso grösseren Leidenschaft. Oft schaut er sich die Underground-Metal Szene an, geht auf die Bands und ihre Geschichte ein, beschäftigt sich mit deren Musik und den Hintergründen der Werke detailliert. Daher ist es auch keine Überraschung, dass er für Plekvetica die Reviews der Konzerte und Alben schreibt.

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