[2018] Slugdge – Esoteric Malacology

Album-Review zu «Esoteric Malacology» von «Slugdge»

 

Facts & Figures

Band: Slugdge
Herkunft: GB
Genre: Progressive Death Metal
Datum: 02.03.2018
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Line-Up
Matt Moss – Vocals, Guitars
Kev Pearson – Guitars
Moat Lowe – Bass
Alan Cassidy – Drums

Track-Liste
01. War Squids
02. Crop Killer
03. The Spectral Burrows
04. Slave Goo World
05. Transilvanian Fungus
06. Putrid Fairytale
07. Salt Thrower
08. Limo Vincit Omnia

Das Album

Bedrohlich-düsterer Death Metal à la „Immolation“ versetzt mit progressiver Epik und melodischem Feingefühl, dass an das Album „Crack the Skye“ der Band „Mastodon“ erinnert.  Lange, atmosphärisch dichte Songkompostionen in einem dynamischen Spannungsfeld zwischen stampfenden Riffs, rhytmischen Spielereien und eingägigen Melodien, versehen mit aggressiven Growls und sphärischem Klargesang. Aus dieser Kombination ergibt sich ein einzigartiges Klangbild, welches sowohl in den Einzelstücken wie auch als Album hervorragende Spannnungsbögen bietet. Durch anspruchsvolle Lyrik abgerundet, welche kosmischen Horror, Sozialkritik und absurdistischen Humor vereint.

Die Songs

„War Squids“ gibt gleich von der ersten Minute den Duktus des Albums vor. Ein treibender Riff, mit eingängiger Melodie unterlegt, eröffnet den Song, wechselt fliessend in einen stampfenden Groove-Part mit verspielten Akzenten, gefolgt von einem epischen Melodiebogen, auf welchen wiederum  rhythmische Spielereien folgen. Diese diversen Elemente werden über die achtminütige Dauer des Tracks stetig aufgebaut und erweitert, während durch gezielte Repetition den roten Faden im Griff zu behalten wird, um einen unglaublich abwechslungsreichen Spannungsbogen in befriedigender Katharsis zum Abschluss zu bringen. Und dies wäre auch, grob umschrieben, die grundlegende Formel, welcher Slugdge folgen. Was nicht heissen soll, dass die Songs nicht alle ihre eigene Identität hätten oder gar repetitiv wären. Im Gegenteil, diese songwriterische Formel ist reichhaltig und variabel eingesetzt. Jeder Song erhält seinen eigenen Anstrich, während trotzdem die übergreifende Kohäsion des Albums gewahrt wird.

„Cropkiller“ vertieft die Dynamik zwischen psychedelischer Sphäre und stampfenden Grooves, „the Spectral Burrows“ entwickelt eine schon fast balladeske Note inklusive Refrain, der geradezu verlangt, Rhaexorog hymnisch dafür zu preisen, dass wir ihm in seinen dunklen, schleimigen Königreichen als Sklaven dienen dürfen. Sprich es lädt zum Mitsingen ein.

„Slave Goo World“ elaboriert das groovige Midetempo, entwickelt streckenweise eine gar einlullende Schunkligkeit, dass leider etwas die Dynamik anderer Songs vermissen lässt, dafür aber eine Brachialität entwickelt, die leicht and Bolt Thrower erinnert und im Kontext des gesamten Albums durchaus als willkommene Verschnaufpause anzusehen ist.

„Transylvanian Fungus“ reduziert das Tempo zunächst noch einmal und erreicht schon fast doomige Gefilde, um dann das Tempo kontinuierlich wieder zu erhöhen, . Mit dem erneut verehrungswürdigen Refrain „ This world was never yours to begin with and nor will it be in the end “ wird die epische Ader des Sounds auf die Spitze getrieben und in einem Black Metal Cresecendo zum Abschluss gebracht.

„Putrid Fairytale“ überträgt die düstere Stimmung auf einen asozial punkigen Riff, welcher das Album wieder in gehobenen Geschwindigkeiten erhebt, ohne dabei die liebgewonene Dynamik zu vernachlässigen. Im letzten Drittel des Songs werden dann sogar Anleihen von der NWBHM in der Melodieführung ersichtlich, um dann wiederum den Albenverlauf mit „Salt Thrower“ noch einmal richtig tief in melancholisch-dekonstruierte Gefilde zu führen. Lyrisch und atmosphärisch erreicht der Hörer das Ende der menschlichen Hegemonie. Songwriterisch werden noch einmal alle etablierten Stilelemente zelebriert, um auf einen befriedigenden Abschluss des Albums hinzuzielen, und dieser wird dann auch mit dem triumphalen „Limo vincit Omnia“ (Schleim triumphiert/erobert Alles) geliefert, welches zwischen hymnischer Charakteristik, groovigen Rhythmussektionen und treibenden Riffs hin- und herwechselnd das Album so stimmig beendet, wie es beginnt. Die Götterschnecken sind zurückgekehrt, die Menschheit gnädig und dankend versklavt, die Welt ist wieder im Reinen. Preiset Mollusca!

Bewertung

All Nations and Worlds under the Sign of Mollusca!

Wer sich für harte Musik jeglicher Art interessiert, kommt an diesem Album nicht vorbei. Die einzige Ausrede ist eine Phobie vor Schnecken, cleveren Texten oder Wortspielen der Marke „Holzhammer“.

2018-11-14T22:11:43+00:00Bands: |

Über den Autor:

Stalder (Daniel) ist ein Nerd, der wahrscheinlich ganz viele Alben kritisieren und langweilig finden wird, die dir gefallen. In Sachen Live-Reviews ist er um einiges gnädiger, hauptsächlich dank Alkohol und Socializing. Musikalisch ist er breit gefächert, mit einer Vorliebe für das Progressive, das Extreme und die Avantgarde.

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