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Rückblick Konzert

Biomill in Laufen – Noch nie zuvor davon gehört. So dürfte es wohl den meisten Ausser-Baslern ergangen sein, wenn ihnen dieses Konzert von Zeal&Ardor angeprisen wurde. Und dann sind Ortschaft und Veranstaltungsort noch verhältnismässig aufwändig zu erreichen, besonders als Automobilverweigerer. Gut war Samstag und ist die Stadt Basel gross und hat eine konzertwillige Bevölkerung, den das Biomill war trotzdem zum Bersten gefüllt. Aber auch für Ausserwärtige lohnt es sich die Reise nach Laufen anzutreten, die erfolgende Mini-Odyssee wird belohnt mit einem coolen Club mit toller Anlage, familiärer Konzertatmosphäre und fairen Preisen sowie flottem Barpersonal. Und wahrscheinlich könnte man bei passendem Wetter sogar der Birs entlang zur Location schwimmen. Jedenfalls wurde eine Anreise jeglicher Natur belohnt mit hervorragenden Auftritten von Zeal&Ardor und der finnischen Vorband NYOS.

NYOS

Laut und lärmend legt diese finnische Instrumentalband los. Und macht vom ersten Klang an richtig Laune. Nebst der basslastigen Klanggewalt überzeugt das verspielte Drumming, freche Gitarrenmomente und vor allem ein mitreissender Groove, welcher alles dominiert. Man fühlt sich etwas an eine Kreuzung von Lightning Bolt und Dub Trio erinnert, mit einem guten Schuss funkigen Spielereien versetzt. Still halten ist jedenfalls verdammt schwierig, und so hat man schon von Beginn weg eine gute Stimmung in der Menge. NYOS war quasi eine ideale Vorband. Wenig bekannt und überzeugend überraschend. Eine gute Erinnerung, warum man alles daran setzen sollte, Vorbands seine Aufmerksamkeit zu schenken.

Zeal&Ardor

Wenn es eine aktuelle Band gibt, die dringend ein Live-Album veröffentlichen muss, dann ist es Zeal&Ardor. Gewachsen aus einer Idee, welche so offensichtlich ist, dass jeder außer Bandvordenker Manuel Gagneaux sie übersah. Umgesetzt auf zwei Alben mit der hörbaren Intention, dass die Songs erst im Kontext eines Konzertsaals so richtig zu leben beginnen. Und live präsentiert mit solcher Spielfreude, Tightness und (Gopsel-)choraler Aufwertung, dass die Studioalben zu wager Prophezeiung „degradiert“ werden. Ohne zu übertreiben, es ist jedesmal ein akustisches Geschenk, wenn man Zeal&Ardor live erleben kann. Denn die klassischen Konzerterwartungen transzendierend; akurate Songwiedergabe, stimmige Bühnenpräsenz und –Präsentation, toller Sound; erlebt man hier garantiert das, eigentlich nicht erwartbare, Seltene: Kunst, die über sich selbst hinauswachst. Man könnte hier noch viel lobpreisen, detailliert die Aufwertung der einzelnen Songs beschreiben, wie harmonisch und lustvoll die Band sich, Augenblick für Augenblick präsentiert etc. pp. Manche Sache müssen aber schlicht erlebt werden, Und Zeal&Ardor ist absolut erlebenswert, selbst für Zweifler. Wer es nicht glaubt, soll sich einfach mal ein Live-Video gönnen. Diese Zeilen hier wurden nämlich auch von einem (ehemaligen?) Zweifler geschrieben.

Fazit

Ein grossartiges Konzert mit gekonnter Bandauswahl und hervorragendem Sound, Tolle Location und gute Connections zur Basler Musiklandschaft. Man sollte die Biomill in Laufen definitiv im Auge behalten, trotz der kleinen Odyssee zur An- und Wegreise. Oder vielleicht auch deswegen, am Ende einer Odyssee steht ja schliesslich neu gewonnen Erkenntnis und aufregende Abenteuer.

 

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