Review
Family Friendly Clause Fest
Copygrind feiert die Schweizer Grindcore und Death Metal Szene mit dem Family Friendly Chlause Fest. Eingeladen sind alle, die sich schnell genug ein Ticket geschnappt haben. Im Preis inbegriffen ist natürlich die Lärmbeschallung vom Nachmittag bis spät in die Nacht, sowie eine eigens mit Logo bedruckte Samichlauschappe.
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Diese Funktion ist nur für eingeloggte Benutzer verfügbar. Bitte melde dich an oder erstelle ein Konto. Anmelden / RegistrierenDen Anfang machen Acid Breakup – die einzige Band im Lineup, die ich noch nie gesehen habe. Fremde beim Copygrind sind sie aber nicht, und haben auch bereits zusammen mit Grotesquerie, die später spielen, einen Split veröffentlicht. Für das „Family Friendly Chlause Fest“ haben sich die drei extra in Schale geworfen. Nebst den Mincecore typischen Skimasken haben sie sich als Samichlaus, Schmutzli, und deren wichtigstes Accessoire, den Sack, verwandelt. Die Band versichert vor ihrem Set, dass man bei ihrer kurzen Spielzeit gar nicht überhitzen kann. Mit abschliessendem Cover kommt Acid Breakup auf eine knappe Viertelstunde, aber trotzdem machen sich die extra Schichten bemerkbar. Das Spielen selbst scheint die Verkleidung aber nicht zu behindern (auch wenn der Sack doch etwas unbequem aussieht und das Headbangen nicht besonders gut übersteht). Nochmals will man es aber nicht tun: „Ich spiele nie mehr in einem Sack.“ Alternativ wäre auch ein Eselskostüm angebracht – und eventuell etwas bequemer.
Schon bei Gstürm sind wir ein bisschen im Verzug. Das „bisschen Verspätung“ würde aber mit „extra schneller Spielweise aufgeholt“ werden. Gesagt, getan, trotz dem einen oder anderen Fehlstart. Wie auch Acid Breakup spielen Gstürm nicht zum ersten Mal beim Copygrind. „Wir sind schon ein-zwei Mal hier gewesen, und uns haben sowieso alle schon gesehen,“ denn bei ihnen geht es „nur ums gesehen werden.“ Zu sehen gibt’s eine weitaus weniger aufwändige Inszenierung als bei ihren Vorgängern, die beiden haben sich zwar zwei flauschige Zipfelmützen auf die Bühne mitgenommen, die zieren aber nicht die Häupter der Band, sondern den Boden, denn sie sind schon vor Anfang beim Soundcheck von der Basstrommel auf den Boden gefallen. Zu hören gibt’s aber auch ganz viel – angefangen mit einem thematisch-stimmigen Intro (also Weihnachtsmusik), rapide Mundart Powerviolence in der Mitte, und zum Schluss nochmals Weihnachtsmusik – diesmal aber im Remix.
- Let’s Go!
- One More Step BW
- Virus
- Ohni Logik
- Szeneschimmel
- Hippo
- Dräck uf Pinterest
- Greed
- Gfühl kille mit PM
- Exorbitant Disco
- Wahlkrampf
- Wake up Call
- Tell vs. Tell
- Chorzi Liäbi
- Verbal Vomit
- Chrüsimüsi
- Stäge
- Nööööööd
- Immer Niemals Spazz
- Überhebdelade
- Schnipp Schnapp
- Your Shelf
- KFC
- Ballermann*in
- Kranich
Auch Fetophagia sind dem Copygrind nicht fremd, dies ist das zweite Mal dieses Jahr, dass die beiden im APA KultA auftreten. Das Duo aus dem Tessin spielt Goregrind, ganz charakteristisch mit Pitchshifter, so dass die Vocals eher nach Toilettenspülung als nach menschlichen Geräuschen klingen. Im Publikum überhört: „Tönt wie Abwasser“ – was auch stimmt. Nach zwei Sets zum Aufwärmen ist auch etwas mehr los – und ein wenig mehr Zuschauer da. Zwar ist das Family Friendly Chlause Fest schon lange ausverkauft, aber mit der Pünktlichkeit nehmen es viele nicht so ernst. Und ins APA KultA scheinen doch eigentlich mehr als 50 Personen zu passen. Wer aber aufgetaucht ist, darf gleich in die Abwasser-inspirierte Klangwelt von Fetophagia eintauchen. Kommt gut an, und es gibt die erste Mosh- und Circlepit des Abends. Nach weniger als einer halben Stunde ist es aber auch schon vorüber, trotz extensiver Setlist ist man nach knapp 25 Minuten am Ende angelangt.
- Backyard Womb Evisceration
- Autustic (sic) Punching Bag
- Humiliating Theatre of Deformed Bastards
- Decapitation along the rails
- Stroller used for shit on kids
- Disembowelment of Children Manifesto
- Vocation for Young Organs Dealing
- Whims Silenced Orally with Dynamite in their Mouth
- Urine Baptism in a Bed of Feces
- Defenestration of Crippled Mongoloids
- Stealing Fetuses to Drugged and Pregnant Prostitutes
- Drawers Full of Babies Heads
- Terrible Concentration of Rotten Flesh Under the Tiles
- Fed With Her Brother’s Guts
- Fallopian Tubes Extraction With a Lawnmower
- The Neighbourhood Children Massacre
- Bibs Made out of Gutted Lungs
- Necrophiliac Opus (Sordid Clot Cover)
Weiter geht’s mit Goreshower, und ein bisschen Brutal Death Metal nach dem ganzen Mince-, Gore- und Grind. Zur Abwechslung mal; aber keine Angst, nach der Pause geht’s nochmal weiter. Mit im Gepäck haben die vier ihre bisherige EP, einige Songs, die sie auch schon bei vorherigen Auftritten im Repertoire hatten, sowie ein brandneuer Song von „vorgestern“. Klappt bestens, tönt gut, und mit einem ganz kleinen bisschen Ermutigung von Vokalist und Bassisten, die sich in die Menge stürzen, gibt’s auch eine kleine Moshpit. Genug, um sich auch noch den letzten Song dazuzuverdienen.
- Sadistic nightmare
- Place of Horror
- Rotten Remains
- Caustic Disgorge
- Mephitic Delirium
- Reversed Decay
- Dismembered and Reassembled (sic)
Nach Goreshower gibt’s eine Pause für Speis und Trank. Beides wird vom nahegelegenen Weihnachtsmarkt angeboten, das Publikum passt dank Santamützen perfekt ins Stadtbild. Aber der Markt bietet auch kleine Weihnachtsbäume im Topf, Dekoration mitinbegriffen. Alles wird extra fest angezurrt, damit es auch die nachherige Moshpit übersteht. Nach einer Stunde draussen lassen sich die kalten Hände und Füsse am besten mit viel Bewegung aufwärmen.
Grotesquerie bietet sich bestens dafür an, und in null Komma nichts zieren die Lamettafäden nicht mehr nur das Bäumchen, sondern auch den Boden des APA KultA. Die Kugeln halten aber bombenfest. Das Trio feiert ihre neueste EP „Uninhabited Plane“, die dieses Jahr im Juli erschienen ist. Knappe 13 Minuten ist das Ganze, das Set wird daher auch mit einigen älteren Songs ausgebaut. Weihnachten kommt trotz fehlender Verkleidung nicht zu kurz. Die Bescherung: Eine Kassette für die Person, die den ersten Namen der Band kennt. Und ganz zum Schluss ging es mit „Bud Rot“ zu den Anfängen von Grotesquerie zurück – ihrem allerersten Split mit den ebenfalls Anwesenden Acid Breakup.
Zurück zum Grind – Insomnia Isterica aus dem Tessin steht als nächstes auf der Bühne. Mittlerweile haben die meisten den Weg vom Weihnachtsmarkt ins APA KultA zurückgefunden, und vor der Bühne ist weniger Platz als auch schon. Das Trio nimmt dies zum Anlass, um auf die Schweizer Grindcore Szene anzustossen. „Sie lebt,“ und das Family Friendly Chlause Fest bietet den Rahmen dafür, sowohl die Bands als auch das loyale Publikum zu feiern. Insomnia Isterica widmet sich in ihren Songs aber auch wichtige(re)n Dingen: Politik, Sozialversicherungen, dem Vatikan und natürlich Alkohol.
- Troppo Tardi
- Igiene Orale
- Medaglia (M8)
- Ricerca (M9)
- Delusione (M10)
- In Attesa
- Sono Agitato
- Sorpreso
- L’amore Sapore
- L’ora di Punta
- C. (G1)
- G2 0000
- G3 5 Intro Punk
- G4 3 Alto
- 4 Lento
- 6 Punk
- 5 EU