Review
Aeons of Darkness IV
Das Aeons of Darkness geht in die vierte Runde. Die Kollaboration zwischen Basel Konzertorganisatoren Basilisk Destroyers und dem Schweizer Black Metal Label Hexenkult feiert den Underground im Keller des Sommerkasinos in Basel. Mit dabei: Trephining (CH) und Nachtmaar (CH) als Vertreter von Hexenkult, die Black-Metal-Noise Punks Prayer Position (US) und Final Dose (UK), sowie Sacris Ritus Vermes, Black Metal Band aus Deutschland.
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Diese Funktion ist nur für eingeloggte Benutzer verfügbar. Bitte melde dich an oder erstelle ein Konto. Anmelden / RegistrierenDen Auftakt machen Trephining. Die Bühne ist rotgetüncht, langsam dringt der Nebel von der Bühne zum Publikum durch. Die Band aus Zürich spielt eingängigen Old School Death Metal, der gleich die Köpfe der Zuschauer zum Mitwippen bringt. Letztes Jahr erschien ihr erstes Album „Cranial Offerings„, das sie hier (fast) in Gänze spielen. Fans von Old School Death Metal kommen bei Trephining auf ihre vollen Kosten: wummernde Gitarrenriffs, dröhnender Bass… Vokalistin N. trägt die Inspiration wortwörtlich auf dem Ärmel – beziehungsweise ihrem Bandshirt. Zu Anfang merkt man noch nicht, dass das Aeons of Darkness ausverkauft ist, aber man steht gegen Ende des Sets des Quartetts immer gedrängter zusammen.
- Rigor Mortis
- Skinned Alive
- Nosferatu
- Nocturnal Hunger
- Pile of Crosses
- Trephining
- Corporeal Punishment
- Dead Yet Starving
- Ossuary
Zum Soundcheck von Prayer Position wird zu meinem Schrecken schon mal das Stroboskop ausprobiert. Dafür gibt es diesmal grünes Licht – etwas einfacher zu fotografieren als das Rot ihrer Vorgänger. Nach Bierlieferung an die Band ist es soweit, und Prayer Position fängt pünktlich um acht Uhr ihr Set an. Die US-Amerikaner beschreiben sich selbst als „Harsh Blackened Punk“, anfänglich hörte man aber nur den Punk und den Black Metal heraus. Auch die Kriegsbemalung fehlt anfänglich, doch die ist während dem Intro schnell ins Gesicht geschmiert. Das „Harsh“, hier stellvertretend für den Noise, kommt dann nach einer höflichen Anfrage – „the noise please“ – in den Mix. Darauf folgen knapp 40 Minuten rabiater, punkiger Black Metal Assault, schön roh und unpoliert, die schnellsten Passagen mit blitzenden Lichtern unterstrichen. Nebst den Klassikern – Gitarren, Bass und Schlagzeug – kommen auch Ketten und allerlei andere Dinge als Instrument zum Einsatz.
- Intro
- Gates
- A Grim Weapon
- Skull
- Machete
- Whip Hand
- Breaking Wheel
- Wretch
- Prayer Position
- Landen
- ICF
Der erste offizielle Akt von Nachtmaar ist das Anzünden der Grablichter, die schon seit Beginn den Rand der Bühne säumen. Zuvor dienten sie schon der Fixierung von Setlists, jetzt tragen sie zu einer schaurigen Atmosphäre bei. Danach lassen die Zürcher aber auf sich warten, bis sie wieder zurück auf die Bühne finden, jetzt aber nicht nur mit Corpsepaint beschmiert, sondern auch blutverschmiert. Sieht man im dunkelblau-getünchten Saal aber nicht, nur das schwache Kerzenlicht verleiht einen rötlichen Schimmer. Nachtmaar läutet ihr Set mit zwei Songs von ihrer letzten November erschienenen EP „Sepiternal Necromancy“ ein. Wer bis jetzt die klassischen eisigen Black Metal Riffs vermisst hat, kommt hier voll auf seine Kosten. Der blau-getünchte Raum wird mit jedem Song dunkler und dunkler, denn trotz der Deckelchen der Grablichter geht eine Kerze nach der anderen aus. Einen Griff zum bereitstehenden Feuerlöscher braucht es zum Glück nicht.
- Claves
- Necronom
- Culling/Slayer
- Monument
- Lamia
- Ruins
- Lamb
- Ravening
Die letzten Kerzen brennen immer noch, als Sacris Ritus Vermes die Bühne betritt. Inzwischen ist der Keller des Sommercasinos rappelvoll, denn nach dem vielversprechenden Soundcheck nimmt sich die Band ebenfalls etwas Zeit, um sich in Schale zu werfen. Das Warten lohnt sich abermals: Die Band betritt die Bühne zu einem andächtigen Intro, bis sich ein Black Metal Gewitter über das Publikum entlädt. Zwar beschreibt sich die Band selbst als „Black Metal of Death„, und immer wieder schleicht sich die „Death Metal“ Bezeichnung in Reviews und anderweitige Beschreibungen der Band. Wer dies erwartet hätte, wäre bitter enttäuscht, denn bei Sacris Ritus Vermes ist letzteres schwierig bis unmöglich rauszuhören. Auch in der Inszenierung ist die Band mehr im Black Metal angesiedelt – Weihrauchschwaden vermischen sich mit dem dicken künstlichen Nebel, und das rote Licht lässt die Lederjacken glänzen.
(Gloria)
- Sacris Ritus Vermes
- Devotio Ardente
(Lingua Sacra)
- Gloriantur et Latanur
- Tenebris Vacuum
(Liturgia)
- Communio Mortis
- Truth is Truth, Beyond the God
Und nochmal eine (finale) Dosis punkiger Black Metal zum Abschluss: Final Dose aus London rundet den Abend ab. Zum Glück ist man gut in der geplanten Zeit – bei der letzten Edition des Aeons of Darkness hat die letzte Band erst nach Mitternacht angefangen. Diesmal wird aber nicht überzogen, und Final Dose und ihre Tourkumpanen Prayer Position können sich auf den Weg nach Verona in Italien machen, wo sie am nächsten Tag auftreten. Das Publikum nutzt den letzten Auftritt, um nochmal mitzutanzen und nochmal die Haare mitzuschwingen. Leider fällt ihr Set etwas kurz aus. Die Band lässt den letzten Song mit viel Verzerrung und Noise ausklingen, aber während das Publikum noch gespannt auf eine Zugabe wartet, zerlegt der Drummer sein Schlagzeug. Verona ruft – und ist eben trotzdem noch weit weg.
- Intro
- Eternal Winter
- Axe
- Wretched
- Golden Chalice
(Interlude)
- Rites
- Frio
- Forsaken
- Dark Paradise