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Die Cafete, und 1-a Grind, sind immer wieder Garant für grossartige, gutbesuchte Konzertanlässe mit grossartiger Musikanlage und sympathischen Menschen, dies auf angenehmer Augenhöhen mit der Band, dank Abwesenheit einer Bühne. Und dank der Finanzierung durch eine Kollekte netterweise auch für Menschen mit kleinem Budget. Und so war dem auch am Mittwoch, den 12. September

Anachronism

Nachdem die Lausanner Todestechniker am 6. Juli einen der bisher besten Einträge in der Geschichte des dissonanten Death Metal veröffentlichten, durfte man mit recht gespannt sein, wie sich das ganze live entfalten würde. Und mit dem Album-Opener „Anthropocene“, welcher lärmige Atmosphäre, verspielte Riffs und durchgeknalltes Drumming in Höchstgeschwindigkeit präsentiert, wäre das vorläufige Fazit schlicht „fuck yeah“. Aber das wäre wohl etwas magere Kritik, und es gab doch durchaus ein paar Kritikpunkte, beginnend mit einem Punkt, welchen man vom Album selbst übertragen kann. Nämlich das die Vocals, wenn auch in sich stimmig, so doch etwas zu monoton sind. Dies ist sicherlich der Tatsache geschuldet, dass Gitarristin Lisa zusätzlich zur vollen Stimmverantwortung ziemlich technisch rumfrickelt, aber es ist nun mal ein Punkt, der Verbesserungspotential birgt. Des Weiteren zu kritisieren wäre die Livepräsentation. Zum einen gab es leider technische Komplikationen, die dazu führten, dass sowohl Bassspur als auch weiter Effekt nicht, oder nur teilweise, eingespielt wurden, was, nebst einem Gitarrenaussetzer, etwas die atmosphärische Dichte torpedierte. Zum anderen wirkte die „Bühnen“-Präsenz etwas zu statisch, gar leicht verkrampft. Erneut, sicherlich dem hohen technischen Niveau geschuldet, aber auch da ist Verbesserungs-Potential vorhanden, welches das Konzerterlebnis aufwerten würde. Schlussendlich waren die Reaktionen des Publikums, und des Autors, aber mehr als positiv, ergo wird hier auf sehr hohen Niveau „gejammert“. Wer ohne plumpe Publikumsspiele solch eine positive Stimmung erzeugt, der hat eigentlich alles richtig gemacht.

Setlist

1. Neurodegeneration
2. Cryptobiosis
3. Aware of this Descent
4. Orogeny
5. Perfect Asymmetry
6. Cursed be the Senses
7. Anthropocene
8. Endotherm

Cenotaph

Türkischer Brutal Death Metal mit so mitreissendem Groove, dass man den (wahrscheinlichen) Namensstiftern Bolt Thrower alle Ehre bereitete. Erneut leider mit Vocals, die etwas zu monoton daher kamen. Wenn auch die gelegentlichen Pig Squeals, vor allem aber die sympahische, involvierte Art des Sängers den Auftritt durchaus auflockerten. Vor allem diese Sympathie, und die offensichtliche Spielfreude der Band, eroberten schnell die Herzen der Zuschauer, und entsprechend spassig war dann auch das Konzert. In der Retrospektive wirkte es zwar etwas seltsam, dass Cenotaph wesentlich lauter waren als Anachronism, wahrscheinlich dürfte dies aber daran liegen, dass ab diesem Zeitpunkt ein Bass im Soundmix vorhanden war. Schlussendlich ein hervorragender Auftritt, welcher die diplomatischen Beziehung zwischen der Schweiz und der Türkei sicherlich leicht verbesserte.

Setlist

1. Less than Humankind
2. Verbalized Opinions
3. Rancid gluttonous Morbid Obesity
4. Ashyxiated Embrionic Abnormalites
5. Antagony of Embriotopia
6. Multi-Organ Failure Epidemy
7. Dismembered unborn Species
8. Perverse Dehumanized Dysfunctions

Gorgasm

Man könnte jetzt darüber schreiben, dass der Band eine gewisse Dynamik fehlt, welche, zumindest für den Autor, den Genuss ab CD eher gering hält. Man könnte darüber schreiben, dass auch hier die Band sich eher statisch präsentierte, wenn auch mit routinierter Gelassenheit. Man könnte anmerken, dass die Texte den unappetitlichen Hauch der Misogynie* mit sich bringen, wenn auch nicht von den Musikern selber intendiert, sondern durch die Zelebrierung menschlichen Horrors mitgeschleppt. Aber am Ende des Tages, bzw. Abends, ist eigentlich nur relevant, dass Gorgasm so ziemlich die tighteste, mächtigste Live-Band sind, welche man im Brutal Death Metal antreffen kann, und dadurch so ziemlich alle negativen Argumente nichts als Schall und Rauch werden. Allein schon, weil Gorgasm definitiv mehr Schall haben, als alle Kritiker auf diesem Planeten kombiniert.

*Okay, eine weitere Bemerkung: Es dürfte wohl der einzige Gig in der Gorgasm-Historie sein, welcher direkt in Front eines Frauenhauses stattfand…

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