Review
Kraanium, Kakothanasy, Unhallowed Deliverance & Goreshower
Im Valhalla in Basel wird es mal wieder laut: Zu Gast sind Kraanium, Kakothanasy, Unhallowed Deliverance und Goreshower. Alle vier Bands überzeugen mal technisch, mal brutal, und meistens beides; trotz Kranksein, Verletzungen und anderer Wehwehchen.
Alle Bilder herunterladen
Diese Funktion ist nur für eingeloggte Benutzer verfügbar. Bitte melde dich an oder erstelle ein Konto. Anmelden / RegistrierenGoreshower macht den Anfang. Das Quartett hat Heimvorteil, und schon von Anfang an steht man gedrängt – nicht zuletzt, weil sich kurze Zeit nach den Tönen gleich eine Moshpit formt und einen gleich zur Seite drängt. Der erste Auftritt mit neuer Setlist, und ich habe schon gehofft, dass der Tippfehler in „Dismembered and Reassambled“ [sic] mal mit der dritten Revision korrigiert wird. Ist aber immer noch da. Zudem gibt es nebst den altbekannten Songs auch jetzt offiziell etwas Neues zu hören. Das letzte Mal beim Copygrind hätten sie „Mephitic Delirium“ nur so halb gespielt, jetzt gäbe es die „richtige“ Version zu hören. Tönt gut, und irgendwie scheint das ganze Set eingeübter als zuvor.
Unhallowed Deliverance steht mit einem neuen Line-Up auf der Bühne. Letztes Jahr hat sowohl einer der Gitarristen als auch der Bassist die Band verlassen, jetzt haben sie Ersatz für Ersteren gefunden. Zu Anfang ist aber trotz zwei Gitarristen kaum mehr als ein lautes Rauschen zu hören, denn alles wird vom Schlagzeug und den Vocals übertönt. Beim zweiten Song läuft’s dann besser, aber trotzdem ist die Tonqualität bis Ende des Sets bestenfalls durchzogen. Zwar kompensieren es die Vier mit viel Energie auf der Bühne, aber ganz so viele wie Goreshower können sie nicht in die Bar zurücklocken. Was auch nicht hilft: Der Schlagzeuger ist krank und sieht dementsprechend bemitleidenswert aus. Dafür ist das Licht besser und abwechslungsreicher als bei ihren Vorgängern – man kann halt eben nicht alles haben. Wer von ihrem Auftritt nicht überzeugt war und sich umstimmen lassen möchte: Ihr Album zum Reinhören und meinen weitaus positiveren Eindruck beim Deathfeast 2024.
Kakothanasy aus Lausanne ist als nächstes dran. Ihr Set fängt mit dem Intro Song ihres neuesten Albums „Metagonism“ an – und sogleich leert mir irgendwer ein Bier über den Rücken. Am Moshpit liegt’s nicht, sondern eher daran, dass die Band gleich alle in die Bahn zieht. Die Unaufmerksamkeit bzw. Unachtsamkeit sei verziehen. Zum Glück hat das Trio nicht mit den gleichen Soundproblemen zu kämpfen wie Unhallowed Deliverance, zumindest bei dem Abmischen der Instrumente. Nur bei den Mikrofonen klappt es am Anfang nicht, und eines muss ausgewechselt werden. Aber auch bei ihnen gibt es körperliche Beschwerden: Der Schlagzeuger hätte sich 10 Minuten vor dem Gig den Finger gebrochen, was aber keinerlei Einfluss auf das Dargebotene zu haben scheint. Nicht weniger beeindruckend ist, dass der Gitarrist es vermag, auch ohne Setlist die Titel der gespielten Songs rezitieren zu können – bei „Methanized Autocatalytic Clash Culminated Into Ascetic Abolishment“ und „Egoskeptical Determination Through Face Swapping Deterioration“ ist es gar nicht so einfach, und vor allem nicht mit der Geschwindigkeit.
Last but not least – Kraanium. Die Slamming Brutal Death Metal Band vereint Mitglieder aus allen Ecken Europas, die alle für den Auftritt in die Schweiz anreisen. Hier spielen sie nämlich gerne, so die Band – letztes Jahr sind sie gleich zwei Mal aufgetreten, einmal beim Meh Suff! Festival, und einmal ganz exklusiv im Ebrietas in Zürich. Dieses Jahr ist (bis jetzt) aber nur dieser eine Auftritt vorgesehen. Das Publikum geniesst daher jede einzelne Sekunde des Sets, und es bildet sich schnell eine Moshpit. Der einzige Unterbruch – die extra lange Ansage, um die mitgebrachten aufblasbaren Hämmer hervorzuholen und an die Zuschauer zu verteilen. Nachdem die Bescherung verteilt wurde, macht es gleich doppelt so viel Spass, im Kreis rumzurennen, weil man sich auch noch gegenseitig auf den Kopf hauen kann. Einziger Kritikpunkt: Doch etwas zu kurzweilig. Eine Zugabe gibt’s aber mit ein bisschen Betteln trotzdem, sowie ein Gruppenfoto zum Abschluss. Diesmal muss ich mich nicht zur Seite verstecken, weil ich mal hinter der Kamera (bzw. einem Handy) bleibe.