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20 Bands, zahlreiche Helfer und viele Besucher füllten am zweiten September-Wochenende den Hüttikonberg. In diesem Jahr hatten wir zudem Wetterglück, so kam der prognostizierte Regen nicht und es war während der ganzen Zeit schönes Wetter. Eine grossartige, familiäre Stimmung, viele gute Bands zeichneten das Festival. Und erneut war der Organisation nichts auszusetzen. Keine Ausfälle, meist starker Sound und ein ansprechendes Lineup. Was will man da mehr?

Bilder – Freitag

Bilder – Samstag

Review – Freitag

Solti: Während ich mit unserem Review-Schreiber Christoph während beider Tage vor Ort war, begleiteten uns die Fotografen Dänu (Freitag) und Marc (Samstag) während jeweils einem Tag. Ich kam am Freitag kurz vor Mittag an und baute das Camp auf. Danach ging es zum Abholen der Bändchen und des Passes, bevor es auch gleich mit den ersten Bands losging. Mit jeder Stunde die verging, kamen immer mehr Zuschauer auf den Camping-Ground und im Infield an.

Rectal Depravity

Solti: Während ich noch am Camp aufbauen war, spielten bereits Rectal Depravity. Dadurch habe ich die Band leider verpasst. Diejenigen, welche sich bereits zu dieser Zeit vor der Bühne befanden, bekamen aber nicht nur Musik auf die Ohren. Die Band hatte es sich zum Spass gemacht, aufblasbare Rollatoren, Penisse, Gitarren und Bananen zu verteilen. Diese kursierten während dem gesamten Festival im Infield und dem Camping herum. Geschicktes Marketing?

Asagraum

Solti: Als zweite Band betraten die holländischen Frauen von Asagraum die Bühne. Female Screaming, versetzt mit blutigem Corpse Paint. Dies liess viele aufhorchen und so gab es bis Ende Festival viel Gerede um die Damen. Denn nicht nur optisch vermochten die Frauen überzeugen. Schadet also nicht, der noch jungen Band Aufmerksamkeit zu schenken und sich das erste (und einzige) Werk anzuhören.

Requiem

Solti: Als Start ins Abendprogramm lieferten uns Reqiuem eine starke Show. Bereits viele Zuschauer erfreuten sich über die einheimischen Death Metaller. Vielleicht auch, da nach 7 Jahren im März 2018 endlich wieder ein neues Album erschien? Egal weshalb, die Jungs sorgten für eine starke Stimmung und konnten würdig den Abend einläuten. Wer nach mehr Infos zu der Band gelüstet, kann sich unser Interview (siehe unten) zu Gemüte führen.

Arkona

Solti: Nun hiess es Bühne frei für Mascha Arkhipova. Arkona aus Russland vergnügten das Publikum mit ihrem Folk Metal. Doch wer glaubt, eine russische Version von Korpiklaani zu erhalten, der irrt sich. Denn die Russen bringen viele Elemente aus dem Black Metal in ihre Musik, was dem Ganzen seine Einzigartigkeit verleiht. Beklagten sich zwar viele, wie langweilig Arkona sei, konnte ich diese Meinung nicht teilen. Insbesondere die Variabilität der Vocals von Mascha hauen mich jedes Mal wieder um. Zudem sagt mir die Mischung aus Folk/Pagan mit Black sehr zu. Aber schön zu sehen, wie die Geschmäcker verschieden sind.

Misery Index

Christoph: Gerade frisch am Festival angekommen und aus dem vom Festival bereitgestellten Shuttlebus ausgestiegen, höre ich bereits eine der Bands, wegen denen ich gekommen bin. Nur kurz das Gepäck in das bereits aufgebaute Camp geschmissen und dann zum Stand mit den Bändchen gerannt, um möglichst viel von der Band noch zu hören. Ich hatte hohe Erwartungen an Misery Index gestellt und ich wurde in keiner Weise enttäuscht. Sie haben es geschafft, beinahe durchgehend einen Moshpit am Laufen zu halten. Hart und brutal dröhnt der Sound auf uns nieder und ich verspürte wieder einmal das Gefühl, endlich Zuhause angekommen zu sein. Es hat keine 2 Minuten gedauert und ich konnte mich nicht mehr zurückhalten und musste in den Moshpit einsteigen, was nur für die Band sprechen kann.

Ensiferum

Solti (Teil 1) & Christoph (Teil 2): Weiter ging es mit Ensiferum. Wer kennt sie nicht, dank Songs wie «Lai Lai Hei», «Twilight Tavern» , «In My Sword I Trust» und den vielen weiteren bekannten Songs. Für mich hiess es nach dem Z7 und den Metaldays bereits Ensiferum zum Dritten. Und für mich war es der stärkste Auftritt dieser drei. Wenngleich ich immer noch die Sängerin schmerzlich vermisse. Durch das Fehlen von Akkordeon und Female Vocals geht doch viel verloren, auch wenn dies die meisten nicht so sahen.

Wer sich nicht an dem doch hohen Verhältnis von ca. 50:50 zwischen Songs der neuen Scherbe “Two Paths” und einem bunten und vor allem bekannten Mix aus den alten Liedern störte, kam auch bei diesem Auftritt wieder voll und ganz auf seine Kosten. Die Lieder waren so ausgewählt, dass beinahe alle Leute mitsingen und mitgröhlen konnten. Für mich als eingefleischter Ensiferianer einer der zwei Höhepunkten des Festivals.

Venom

Solti: Nach der intensiven Show von Ensiferum stand Venom auf dem Programm. Als Headliner sollten sie die Menge begeistern, was sie auch taten. Für mich war es bereits der zweite Auftritt von Venom nach der Show am Bang Your Head vom vergangenen Jahr. Leider konnten sie mich heute nicht mehr auf die gleiche Art begeistern, wie noch bei der letzten Show. Doch für die restlichen Besucher schien es eine gute Show zu sein. Ich begab mich also kurz zurück ins Camp, um mich nach den beiden Shows etwas zu erholen und mit Christoph zu unterhalten (ja, Bier gehörte auch dazu), bevor wir für Carpathian Forest wieder nach vorne gingen.

Carpathian Forest

Christoph: Den Namen noch im Hinterkopf, jedoch kein Bild mehr vor Augen, gehen wir blindlings in die nächste Band hinein. Erst noch ein sehr vielversprechendes Bühnenbild und Corpse Paint der Künstler, schwenken immer mehr um in “Warum bin ich eigentlich hier?”. ‘’Das kann doch nicht wirklich deren Ernst sein’’, dachte ich mir. Mehr und mehr wollte ich einfach nur noch zum Zelt zurück. Nicht nur der Fakt, dass der Frontman während rund 90% der Zeit sein Kreuz nicht wie im BM normal wie ein Petruskreuz gehalten hat, um dann so gegen das Publikum zu schreien. Sondern auch, dass er immer wieder von Rock n Roll singen musste. Ich konnte das nicht verstehen, was uns die Künstler genau versucht haben mitzuteilen. Falls es jemand weiss, kläre er mich bitte in den Kommentaren noch auf…

Trollfest

Solti: Als Abschluss des ersten Abends gab es nochmals Party Pur. Trollfest gaben sich für 45 Minuten die Ehre und sorgten nochmals für Party. Wem dieser Name nun bekannt vorkommt, war möglicherweise am Korpiklaani / Heidevolk / Arkona Konzert und hat den Opener mit den Luftballons und Britney Spears Cover erlebt. Sorgten sie zwar für grosse Party, konnten sie mich nicht ganz so mitreisen, wie noch im Z7.

Eindrücke vom ersten Festivaltag

Solti: Der erste Festivaltag war ein voller Erfolg. Perfektes Wetter, viel gestillter Durst und einige grossartige Bands. Da die Anreise meiner Kollegen teils erst gegen Abend war, musste ich doch einige Male zum Auto zurück, weshalb ich die eine oder andere Band verpasst habe. Doch ein Festival besteht nicht nur aus Bands. MehSuff ist ein Festival, wo man die Hälfte kennt und auch mal einfach mal in ein fremdes Camp sitzen und ein Bier trinken kann. Das ist es auch, was dieses Festival ausmacht. Es ist familiär und alle haben Spass an der Musik und den Leuten, welche da sind.

Christoph: Leider bin ich erst auf Misery Index eingetroffen, aber neben Carpathian Forest war der erste Abend für mich und auch für die meisten anderen Festivalbesucher ein voller Erfolg. Zufrieden aber erschöpft haben wir uns dann Richtung Camping begeben um uns auszuruhen um morgen für die Bier-Olympiade fit zu sein.

Review – Samstag

Solti: Am zweiten Festivaltag hiess es für Christoph und mich nicht nur Bands anschauen, sondern auch dem Camping-Ground die Ehre zu geben. So haben wir uns einer Bier-Olympiade angeschlossen, bevor wir uns ins Infield begaben. Auch am zweiten Tag war das Wetter sackstark, wenngleich es am Abend etwas kälter wurde als noch am Vorabend.

Bier-Olympiade

Solti: Um 14.00 begaben wir uns ins Zentrum des Camping-Ground. Denn dort fand die Basilisk Deströyers Bier-Olympiade statt. Und wer jetzt denkt, dies ist nur ein Haufen Leute, die spontan Bier saufen, liegt hier falsch. Die Bier-Olympiade hat gemäss Angaben der Basler bereits 8-jährige Tradition. In diesem Jahr haben sich 13 Zweierteams in 3 Disziplinen gemessen. Die Organisation war tadellos und man stellte sofort fest, da ist ein Konzept dahinter. Auch wir von Plekvetica haben uns als Team angemeldet und konnten zum Schluss mit 12 Punkten den Rang 11 erreichen. Doch was heisst Olympiade? Die erste Disziplin bestand darin, sich die Augen verbinden zu lassen und als Zweierteam je eine Bierdose in einem 3x3m Feld zu finden und zu trinken. Die Zeit wurde gestoppt und die niedrigste Zeit gewann die meisten Punkte. Die zweite Disziplin hört auf den Namen Bier-Staffete. Rennen und Biertrinken, ohne abzusetzen, was vielen zum Verhängnis (Strafbier) wurde. Zum Schluss gab es noch was zu lachen, die Garette mit Bier-Trinken war nun an der Reihe. Man muss sagen es klingt lustiger als es dann wirklich war. Während einige sackstark auftraten, mussten einige Teams Forfait geben. Für die meisten war es eine Tortur, die man aber gerne noch über sich ergehen lassen wollte. Die zwei Teams mit den meisten Punkten haben sich zum Schluss noch in Flunky-Ball um den Sieg gemessen. Was mich nebst der starken Organisation am meisten erstaunt hat, waren die vielen Zuschauer. So war dies ein Highlight auf dem Camping und viele haben mitgelitten und gelacht. Doch nun genug zur Olympiade, jetzt heisst es mal Bands schauen.

Dool

Solti: Nach der Bierolympiade war ich voller Freude, endlich meine erste Band zu sehen. Leider konnte mich der von ihnen genannte Dark Rock nicht so wirklich mitreissen. Daher begab ich mich noch zum Essensstand bevor Krisiun begann. An dieser Stelle auch nochmals ein Dankeschön ans Meh Suff für die fairen Preise sowie die reiche Auswahl der Essensstände!

Krisiun

Solti: Voller Vorfreude dank diverser positiver Kritik im Voraus wartete ich auf den Beginn von Krisiun. Und schon von Beginn an merkte ich, weshalb sie so gelobt wurden. Denn was die Brasilianer hier spielten war sackstark. Keine Kompromisse, einfach nur reinhauen – aber mit Präzision. Doch nicht nur ich war begeistert, so herrschte bereits von Beginn an eine gute Stimmung und so würdigte das Publikum dadurch den starken Auftritt. Doch was heisst keine Kompromisse und gute Stimmung? Old School Death Metal mit vielen schnellen Riffs, Double-Bass und kein Schnick Schnack. Keine unnötigen Elemente, man erhält dadurch den Fokus auf die wesentlichen Parts. Und genau das sorgte für die Begeisterung, nach dem doch eher gemütlicheren Auftritt der Vorgänger.

Tankard

Solti: Direkt im Anschluss hiess es Bier holen, denn Tankard betraten die Bühne. Thrash Metal mit Bier, was will man mehr? Für mich war es die erste Tankard Show und so konnte ich mich zu Beginn kaum halten, denn was «Gerre» auf der Bühne zeigte, war zum Grölen. Nebst Thrash Metal spasste er zu Beginn mit den Fotografen rum und hat sich sogar eine Kamera genommen, um einige Fotos vom Publikum zu machen. Leider kamen diese nicht sehr gut heraus, woraufhin er mit einer weiteren Aussage sein Talent kleinsprach und das Bier hochlobte. Auch im Publikum kam dies sehr gut an. Während einige sich der Musik erfreuten, haben sich die anderen an der Show und den später noch verteilten Bier erfreut. Auch schön, dass die Organisatoren diese beiden Old School Bands aneinandergereiht haben, dass etwas Konstanz herrschte. 

Alcest

Christoph: Eines meiner persönlichen Highlights und auch der Grund warum ich dieses Jahr überhaupt ans Meh Suff gefahren bin betraten nun die Bühne. Bereits durch den Tag haben wir uns physisch und psychisch auf den Auftritt der Franzosen vorbereitet. Was kann man anderes sagen als grandios? Wer ein Freund von atmosphärischer und gleichzeitig auch harter Musik ist hat hier auf jeden Fall etwas verpasst. Zwischendurch dachte ich für mich: ’’ Oke der Übergang war zwar cool, aber jetzt wird’s halt doch langweilig’’. Denkste! Jedes Mal wurde gesteigert, immer wieder haben sie noch einen draufgesetzt. Die Stimmen höher, die Instrumente lauter, mehr Dynamik, mehr Epik, einfach immer mehr. Die Lichteffekte wurden nicht zu häufig, aber dafür immer Punktgenau und absolut passend auf den Höhepunkten der jeweiligen Songs eingesetzt, um so den Spannungsbogen 5mm über den Anschlag hinaus zu aufzuziehen. Für mich ein fantastischer Auftritt und ein Höhepunkt der diesjährigen Konzert- und Festivalerfahrung.

Abbath

Solti: Was habe ich mich schon auf die Show von Abbath gefreut. Zwar selten reingehört, doch ist da dieser grosse Name. Und er wurde ihm auch gerecht. Denn Abbath sorgte nach der eher gemütlicheren Show von Alcest für das Erwachen. Leider habe ich meine Leute während dem Konzertübergang verloren, weshalb ich mich kurz auf die Suche nach ihnen machte und im Camp hängen blieb.

Equilibrium

Solti: Doch pünktlich zur Show von Equilibrium stand ich dann wieder auf der Matte und wir genossen die ersten Songs von etwas weiter hinten. War es für mich bereits die dritte Equilibrium-Show in diesem Jahr, konnten sie mich trotzdem aufs Neue überraschen. So begab sich Sänger Robse ins Publikum, um die Wall of Death so richtig einzuheizen. Solch eine Interaktion mit dem Publikum lässt einen immer wieder erfreuen. Nun war auch meine Freude nicht mehr zu halten und wir begaben uns nach vorne und feierten die Show. Auch die Ansagen gegen Schluss zeigt einmal mehr, was für ein Mensch der Sänger ist. Bereits im Interview hatte ich die Gelegenheit, ihn als sympathischen Typen kennen zulernen. Und wer an einem Festival mit Namen “Meh Suff” dazu auffordert, den Rausch auszuschlafen und die Heimreise ohne Stress und nüchtern anzugehen, um unfallfrei das Zuhause zu erreichen, erntet meinen Respekt. Abgeschlossen wurde die Show schlussendlich mit einem Bandpic, wo erneut ein grosses Thema angesprochen wird. DSGVO und das Verbieten von solchen Fotos. «Wenn ihr alle Grimassen schneidet, ist es erlaubt», sprach «Robse» ins Mikrofon und will so die unnötige Verordnung umgehen. Auch wenn uns in der Schweiz das Thema noch nicht betrifft, ist es doch wichtig, dass es nicht in Vergessenheit gerät. Mit dem Wort “GEIL” verabschiedete sich die Band zum Schluss und auch wir begaben uns wieder gen Camp.

Gorgasm

Solti: Als letzte Band hätte Gorgasm noch die Bühne betreten. Doch der Tag war dann doch etwas lang und so habe ich mir das Ganze noch vom Camp aus angehört. Und was man auf die Ohren bekam, machte Lust. So habe ich mich am kommenden Mittwoch nach Bern begeben, um mir dann doch noch einen Auftritt der Jungs anzuhören. Mehr dazu gibt es im nächsten Bericht.

 

Eindrücke vom zweiten Festivaltag

Solti: Auch der zweite Tag überzeugte mich extrem. Erneut gutes Wetter, viele Bands und die Bier-Olympiade machten es zu einem unvergesslichen Erlebnis. Leider dauerte die Olympiade länger als erwartet, weshalb ich am Nachmittag viele Bands verpasste. Im Gespräch erfuhr ich später, dass sonst nur halb so viele Teams mitgemacht haben, weshalb das Ganze auch viel länger wurde. Während für viele Alcest als Highlight des Abends galt, erfreute ich mich besonders über Tankard. Selten habe ich so eine Bühnensau gesehen.

Das Fazit

Solti: Ein familiäres Festival als Abschluss für die Festival-Saison. Was will man da mehr? Auch in diesem Jahr war das Meh Suff Metal Festival wieder ein voller Erfolg. Viele tolle Bands, motivierte Zuschauer und Top Wetter waren in diesem Jahr das essentielle. Auch der Sound war meistens sehr gut, wenngleich sich viele auf der rechten Seite über das Gegenteil beklagten. Aber wie immer ist es immer eine Frage, wo man steht, um das ganze wahrzunehmen. Schade ist, dass dieses Festival nur zwei Tage dauert. Doch vielleicht macht auch gerade das den Charme aus, dass sich nur die wirklichen Fans an dieses Festival begeben. Insgesamt auch hier nochmals ein grosses Lob und Dankeschön an das ganze Meh Suff Team für die reibungslosen zwei Tage!

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