Review
Slamcult XXIV: Golem of Gore, Pandemic Death & Human Prey
Für die 24. Ausgabe des Slamcults war wieder musikalischer Abriss vorprogrammiert. Pandemic Death aus dem Wallis eröffnete den Abend mit düsteren Klängen, Human Prey aus Deutschland steuerte das Tempo bei, und Golem of Gore schloss das Konzert mit italienischem Goregrind ab.
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Diese Funktion ist nur für eingeloggte Benutzer verfügbar. Bitte melde dich an oder erstelle ein Konto. Anmelden / RegistrierenWer Death Metal mag und der Grippewelle (bis jetzt) getrotzt hat, kehrte am 24. Januar ins AKuT für eine erneute Ausgabe des Slamcults ein. Und wer nicht – auch egal, denn es lässt sich mit Hustenbonbons überstehen (meine Strategie) oder mit Tee (die Strategie der Vokalistin von Pandemic Death). Diese eröffneten die 24. Ausgabe des Slamcults mit „Havoc“, Chaos also, einem der Songs aus ihrem bis jetzt einzigen Album, das Anfang 2020 erschienen ist. Einige neue, bis jetzt unveröffentlichte Songs gibt es ebenfalls zu hören, wie „Burning Earth“ und „Blood Flows Down The Drain“. Für mehr als fünf Songs reicht es aber nicht, und der letzte Titel auf ihrer Setlist bleibt ungespielt. 30 Minuten sind zwar lang – aber die OSDM-inspirierten Töne von Pandemic Death sind kurzweilig, und es hätte gerne auch länger sein können. Die versprochene „zwei Stunden Show“ gibt’s vielleicht ein andermal. Und wer nicht genug hat, kann Pandemic Death auch wahlweise in ihrer Heimat und/oder in Genf erleben.
- Havoc
- Hypoxie
- Human Race
- Burning Earth
- Blood Flows Down The Drain
- (Limp Removal Device)
Bevor es mit Human Prey weitergeht, wärmt sich die Band zu MC Hammer’s „U Can’t Touch This“ auf und zeigt uns ihre besten Moves. Aufwärmen ist auch nötig, denn das Quartett legt gleich mit halsbrecherischem Tempo los. Eigentlich hätte die Band schon 2024 auf der Bühne des AKuT’s stehen sollen, aber gleich zweimal hat es nicht geklappt. Aller guten Dinge sind drei, wie man so schön sagt, und nach zwölf weiteren Ausgaben des Slamcults und einem Line-up-Wechsel ist es so weit: Human Prey hat es den weiten Weg von Leipzig nach Thun auf sich genommen und ist auch heil angekommen. Nicht mitgekommen? Die Deutschkenntnisse ihres neuen Frontmanns, der Ansage um Ansage auf Englisch macht. Zwar gut gemeint für die Inklusion aller Sprachregionen der Schweiz. Diese sind diesmal aber nicht so gut vertreten wie bei der letzten Ausgabe des Slamcults, wo sowohl ähnet dem Rösti- und dem Risottograben rekrutiert wurde, und Schweizerdeutsch ist ja theoretisch auch Deutsch (auch wenn vielleicht unverständlich). Am besten ist und bleibt aber immer noch die wortlose Kommunikation: Wenn es mit Worten nicht klappt, startet man eine Pit am besten mit Körpereinsatz und stürzt sich selbst in die Menge.
- Grave Robbers from Outer Space
- I Am Eradication
- Solaranite
- Surviving the Abortion
- Fried Dead Brains
- TJH Dissection
- Tombs of the Blind Dead
- Because of Death
- Bubblegum and Kick Ass
- Crowned Hate
- Mystic Knights
- Obey
- (That was too close)
Auch mir liegt die wortlose Kommunikation gut, denn alles andere reizt den Husten. Inzwischen bin ich beim zweiten – und letzten – Päckchen Ricola angelangt. Auf Golem of Gore liess sich aber nicht lange warten. Die Band aus Italien hat letztes Jahr ihr zweites Album „Ultimo Mondo Cane“, angelehnt an den italienischen Kannibalenfilm „Ultimo Mondo Cannibale“, veröffentlicht. Horror- und Splatterfilme bilden auch die Basis der Songtitel und der „tiefgründigen und philosophischen Songtexte“ der Band. Dass die Band hingegen „überhaupt keine Lyrics hat“, sei laut Band „Fake News aus dem Internet“. Die wortlose Kommunikation gewinnt aber nochmals, und eigentlich braucht es nichts mehr als ein lautes „Porco Dio“, wie uns die Band nochmals erinnert.
- Suppurative Necro-Parotitis in My Dying Little Girlfriend
- Withdrawal Crisis – Through the Keyhole of Madness
- Esophagus Obstructed by Loneliness and Purulent Fecal Matter
- In the Cold Room of My Restaurant, You Are Dog Food
- Sucking the Abscess and Savoring the Necrotic Material
- Curiosity and Paranoia Killed Irrationally the Screaming Cat
- The Slasher in Black Latex: Acrid Aroma in Tenebris
- A Prayer from the Filthy Creatures of the Deep
- Secreting Sperm Into…
- An Open Wounded Corpse
- Chronic Obstructive Caustic Vomit
- Septic Shock Factor
- Ripped by Fury
- Eternal Putrefactive Love
- Crippling Vomit Hydrocephalus
Verpasst oder noch nicht genug? Am 28. März ist es wieder so weit, und das Line-up steht auch schon: Beim nächsten Slamcult gibt’s Pighead, Adelon und Bleedskin zu hören.