Review
Slamcult Vol. XXII
Guttural Slug, NecroticGoreBeast und Coprocephalic Mutation machen auf „Guttural Necrotic Mutation“ neun ausgewählte Bühnen in acht Ländern unsicher – in der Schweiz beehren sie, dank dem Slamcult Team, die des AKuT in Thun. Was es zu hören gibt: Drei Mal eine geballte Ladung Slam und Brutal Death Metal auf höchstem und tiefstem Niveau, wie es sich gehört.
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Diese Funktion ist nur für eingeloggte Benutzer verfügbar. Bitte melde dich an oder erstelle ein Konto. Anmelden / RegistrierenDen Anfang machen Coprocephalic Mutation. Die Briten sind in nicht ganz üblicher Aufstellung unterwegs – ihr Vokalist ist zuhause geblieben, dafür ist Andrew von Hacked Up mit von der Partie. Auch nicht mit dabei: Die vierte Saite des Bassisten. Das scheint jedoch eine Ausnahme zu sein, denn bei den vor- und nachherigen Konzerten ist sie wieder mit dabei. Hörbar ist die Absenz nicht, und der Bassist scheint sich an seinem minimalistischen Setup nicht zu stören. Ebenso wenig stört es das Publikum, das von Anfang an wild mitmacht. Für den letzten Song haben sich Coprocephalic Mutation ein Cover von „Babykiller“ von Devourment ausgewählt, im Duett mit dem Vokalisten von Guttural Slug. Das Einzige, was dem Spass etwas Abbruch tut: Das gar zu lange Sample in der Mitte des Sets und die etwas befremdliche Aussage „it’s sick to play overseas.“ Zählt Kontinentaleuropa zur Übersee des Vereinigten Königreichs? Die vier sind zwar per Boot angereist, also wortwörtlich über die (Nord)see, die Distanz hätte aber ebenso gut mit dem Eurotunnel zurückgelegt werden können. Zugegeben, Gibraltar ist offiziell ein britisches Überseegebiet und liegt auf Kontinentaleuropa – aber der britische Einfluss auf die Schweiz begrenzt sich weitgehend darauf, dass unsere Züge links fahren, also lasse ich das auch nicht gelten.
- Internal Vomit Festering
- Cervical Bifurcation Through Deteriorated Atrocities
- Erotic Fixation for Necrotic Wounds
- Phallic Lobotomy
- Spasticated Encripplement
- Stigmata
- Recantation of Faith
- Descending Through Plains of Omnipresent Rapture
- Kabybiller (optional)
Wer aber wirklich aus Übersee angereist ist: NecroticGoreBeast aus Quebec. Die Kanadier treten zum ersten Mal in Europa auf und scheinen es zu geniessen. Im Frühherbst haben sie mit „Brute“ eine neue EP herausgebracht, mit der sie auch in ihr Set einsteigen. Die ersten Töne vom gleichnamigen instrumentalen Intro locken zurück in den Konzertsaal, wo die Temperaturen langsam wieder ansteigen. Zwar ist es draussen ganz kühl, aber das macht bei einem ausverkauften AKuT nicht wirklich viel aus – sowohl auf der Bühne als auch im Publikum herrschen tropische Temperaturen. Für die Band aus dem hohen Norden vielleicht etwas zu warm, aber sie scheinen es trotzdem zu geniessen: „ladet uns nochmal ein, und wir werden wiederkommen.“ Dem Publikum gefällt es auch und zeigt während des ganzen Sets Stamina. Nebst ihrer neuesten EP spielt NecroticGoreBeast auch einiges aus ihrem Katalog – und wird damit sicherlich auch einige neue Fans dazugewonnen haben.
- Brute – EP
- Assault of Severed Genitalia – EP
- Grotesque Pathological Anomalies – Human
- Repugnant – Rep
- Unsedated Face Removal – Rep
- Excremental Hemorrhage Fisting – Human
- Knuckle Deep Convulsions – EP
- Deviant Primitive Debauchery – Human
- Nail Clipper Circumcision – Rep
- Gagging on Feces – S/T
- Autoerotic Rectal Prolapse – S/T
Das Intro von Guttural Slug hätte bestens dafür gepasst, dazu die Bühne zu betreten. Das Layout des AKuT lässt das aber nicht so einfach zu, bei voller Bude sowieso nicht. Also wartet die Band schon auf der Bühne, bevor es mit „Sirenens Kald“ richtig losgeht. Wie Coprocephalic Mutation haben sie einen Gastvokalisten dabei. Ich habe sie jetzt also schon zum dritten Mal gesehen, aber noch nie mit ihrem offiziellen Vokalisten. Wie bei den zwei zuvor haben die Dänen aber mit Luke Lockley eine gute Wahl getroffen. Ganz 100% sitzen die Liedtexte zwar noch nicht, und er lässt sich von seinem Handy helfen, aber sie befinden sich noch am Anfang der Tour – und gleich der erste Song ist auf Dänisch. Nebst Songs von „Megalodon“ und „Plague of Filth“ nutzen Guttural Slug die Gunst der Stunde, um einige neue Songs zu präsentieren. Seit ihrem letzten Album sind schon gut sechs Jahre vergangen, also kommt vielleicht bald was Neues – was Genaueres haben sie aber dazu nicht angekündigt. Und schlussendlich gingen ihnen doch die Songs aus: Die Encore, die das Publikum bekam, war eine zweite Aufführung von „Hacksaw Surgery,“ mit viel Abstand ihr beliebtester Song (jedenfalls auf Spotify).
- Intro
- Sirenens Kald
- Eyes of Abomination – Malodorous cover
- Paranormal Evisceration
- Judgement
- Swallowed by the Darkness
- Hacksaw Surgery
- Ulcers
- Plague of Filth
- Eye of the Cyclops
- Suspended
- Isolated Insanity
- Extra: The Earth Will Die Screaming
- Encore: Hacksaw Surgery
Die nächste Edition des Slamcult – und die letzte für dieses Jahr – findet am 20. Dezember 2025 statt. Mit von der Partie: Diaroe aus Deutschland, Impaler, ebenfalls aus Deutschland, und Kakothanasy aus Lausanne.